Phnom Penh wächst und wächst in die Höhe. Vor zwei Jahren, als ich da war, sah die Stadt noch anders aus. Strassen und Bauten wurden fertiggestellt und neue in Angriff genommen. Für Touristen bietet die Stadt nicht wirklich viel. Für jene, die sich mit der Geschichte des Landes auseinandersetzen wollen, ist das Foltergefängnis und die Killing Fields ein Muss. Ich kann mich gut erinnern, als ich vor acht Jahren diese Orte besucht habe, wie Nahe mir alles ging, weil meine Eltern und Verwandten den schrecklichen Bürgerkrieg überlebt haben. Damals starben zwischen 2-3 Millionen Einwohner, was rund ein Viertel der damaligen Bevölkerung ist. Aber auch dieses Mal war ich den Tränen nah. Mit dem Audio-Guide wird man durch einzelne Stationen geführt und die Geschichten werden kurz und knapp, aber doch detailliert erzählt.

360°

Während meines Aufenthaltes in der Hauptstadt Kambodschas übernachtete ich zunächst im modernen Feliz Hostel für etwa CHF 11.-, wechselte später in ein Privatzimmer im Homeland für nur CHF 13.-. Beide Unterkünfte sind unweit vom Genozid Museum und man kommt mit einem Tuktuk oder Motorradtaxi schnell überall hin.

Impressionen von Phnom Penh

Besuchstag bei meinem Onkel und meinen Tanten in Arey Khsat und Wassersegnung durch einen Mönch, der scheinbar mit mir verwandt ist.

Besuch der Traditional Dance Show mit den wunderschönen Tänzen der verschiedenen Landesteile und Bevölkerungsgruppen.

Taekwondo hat an Popularität gewonnen, auch dank dem Sieg der Athletin Sorn Seavmey in der Gewichtsklasse -73kg an den Asian Games 2014. Ausserdem nahm sie an den letzten Olympischen Spielen in Rio teil und war Fahnenträgerin für Kambodscha. Ich habe das Booyoung – Khmer Taekwondo Center beim Olympic Stadium besucht und ihren Meister Choi Yong-Sok getroffen, der den Sport seit 20 Jahren erfolgreich aufgebaut hat. Ich durfte mit dem Junioren-Kyorugi-Team trainieren. Hier habe ich einen deutlichen Unterschied zum Training in Thailand bemerkt. Meine Kondition war völlig im Eimer. Aber es hat mir sehr viel Freude bereitet. Alle Übungen waren dieselben, die ich auch aus Hongseong von meinem letztjährigen Korea Besuch kannte. Auch haben die jungen Athleten mit ähnlichen Schwierigkeiten zu kämpfen wie in der Schweiz, wie zum Beispiel zaghafter Angriff, Angriff ohne Plan, Passivität usw., worauf die beiden Coaches immer wieder hingewiesen haben. Es ist schön zu sehen, dass soweit überall Taekwondo gleich trainiert wird und zeigt, wie einheitlich WTF Taekwondo ist. Wenn man in ein anderes Land zieht, kann man also ohne Weiteres dort anknüpfen.

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Fazit

Auch auf den touristischen Pfaden fühle ich mich mit dem Land verbunden. Da ich in Thailand und Laos sehr viel Sonne abbekam, sprachen mich alle Locals auf Kambodschanisch an, im Gegensatz zu meinen vergangenen Besuchen. Angkor bleibt eine Faszination und ich möchte in Zukunft mal alle Tempeln besuchen und mich mehr mit dem Altertum Kambodschas befassen. Es sind noch viele Provinzen und Städte, die ich noch nie bereist habe, aber ich werde als Kambodschaner ohnehin wieder hierher zurückkommen.

Wie läuft’s mit meiner Fitness? Es ist schwieriger als Gedacht Disziplin aufzubringen und jeden Tag Übungen zu machen. In diesen drei Wochen konnte ich gerade mal zwei Mal ins Gym. Ein Blick auf die Waage zeigt auch, dass ich bereits 6kg abgenommen habe. Das hängt auch damit zusammen, dass ich durch die Hitze kaum Appetit habe und eher wenig esse. Bisher lässt sich reisen und trainieren kaum miteinander vereinbaren. Vielleicht finde ich in Vietnam ein Rezept.

Danke Kambodscha. Es war mir wie immer eine Freude. Akhun! Lie hai.

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One thought on “Phnom Penh

  • Bablofil 22. Januar 2017 at 4:12

    Thanks, great article.

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