Okayama – Himeji

Kōraku-en

Auf dem Weg nach Osaka haben wir in Okayama einen Zwischenhalt gemacht, um den Kōraku-en zu besichtigen, einen der «Drei berühmten Gärten Japans» (Nihon Sanmeien). Der Garten liegt gegenüber der Okayama Burg, die wegen der schwarzen Farbe auch Krähenburg genannt wird. Hier residierte der Ikeda Klan, eine grosse einflussreiche Familie des japanischen Schwertadels der Edo-Zeit, in der die Shogune das Sagen hatten.
Die Kirschblütezeit hat sichtlich begonnen, war allerdings noch nicht in voller Blüte. Um diese Jahreszeit begrüssen die Einheimischen die wärmeren Tage gerne unter den Bäumen beim Picknick. Man spürt richtig wie das Leben, nach einem kalten und harten Winter, wieder erwacht.

360°

Himeiji

Nach einer Nacht in Osaka, wo wir im Khaosan World Tennoji für JPY 1’900.- (ca. CHF 17.-) pro Person unterkamen, haben wir die alte Burgstadt Himeji rund 75 km westlich von Osaka besucht. Dort steht eine der wenigen gut erhaltenen japanischen Burgen, eine UNESCO Weltkulturerbe. Die weisse Festung gilt als eine der schönsten der japanischen Baukunst und hat glücklicherweise eine Bombardierung der Stadt im Zweiten Weltkrieg überstanden. Mindestens eine halbe Stunde mussten wir warten, um in die Burg reinzugehen. Sie war wörtlich von Besuchern überfüllt. Aber weil wir schon da waren, wollten wir diese Schönheit auch von Innen sehen. Die Enttäuschung war jedoch gross. Nicht nur mussten wir von Stockwerk zu Stockwerk immer wieder warten, sondern es wurde auch auf eine Inneneinrichtung vollständig verzichtet und damit war auch nicht viel zu sehen. Da lobe ich das Schloss Kyburg südlich von Winterthur, in welchem Waffen, Ausrüstungen und Einrichtungen von damals gezeigt werden und so viel interessanter ist. Naja, als Entschädigung gab es nachher Takoyaki 😊

Obayashi

Obayashi liegt zwischen Kobe und Osaka und ist das Heimatdorf von Hiromi. Hier durften wir drei Nächte bei ihrer Tante bleiben. Leider verstarb ihr Grossvater noch in der ersten Nacht im hohen Alter, woraufhin sich die Tante mit dem ersten Zug nach Tsukumi aufmachte. Uns beschlich ein eigenartiges Gefühl, da wir vor ein paar Tagen ja noch vorhatten ihn zu besuchen. Unabhängig von mir musste Hiromi nach Absprache mit der Familie nicht an den Zeremonien teilnehmen. Da sein Gesundheitszustand schon seit mehreren Jahren schlecht war, hatten sich alle schon auf diesen Tag vorbereitet und sich schon früher von ihm verabschiedet. Ein trauriger Tag war es dennoch. Wir spazierten am nächsten Morgen durch Obayashi, wo mir Hiromi alle Plätze ihrer Kindheit gezeigt hat. Es ist Kirschblütenzeit. Leben vergeht, Leben erwacht. Ich war froh mit ihr diesen speziellen Tag zu verbringen. Möge ihr Grossvater in Frieden ruhen.

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