Kyōto gilt als das Kulturzentrum Japans und spielt geschichtlich eine bedeutende Rolle. Schliesslich war die Stadt über 1000 Jahre lang die kaiserliche Residenz. Ein US-Kriegsminister, der die Stadt vor dem Zweiten Weltkrieg besucht hatte, wusste um die kulturelle Bedeutung der 1600 buddhistischen Tempeln und der 400 Shintō-Schreine, Paläste und Gärten, weshalb Kyōto von den Bombardierungen verschont blieb und aus der Liste der Ziele für den ersten Atombombenabwurf gestrichen wurde. Die Stadt ist dadurch gut erhalten und ist das beliebteste Touristenziel Japans. Aus diesem Grund, haben wir uns schon vorab mental auf Menschenmassen eingestellt.

Am Vormittag kamen wir mitten in der Stadt an und haben uns im Kyōto Khaosan Theater in einem gemischten 14er-Schlafsaal für JPY 3’733.- pro Nacht (ca. CHF 34.-) einquartiert. Die Betten sind kapselmässig angeordnet und bieten genug Platz, auch für grosse Menschen. Das Hostel ist sauber, bietet eine gut ausgestattete Küche und eine Bar mit tollen Mitarbeitern. Die Lage, mitten im Zentrum und nahe an Metro- und Busstationen, ist unschlagbar.

Bildquelle: booking.com

Sagano-Bambuswald und der Gio-ji

Um keine Zeit zu verlieren und dem Ansturm der Touristen am Nachmittag zu entfliehen, haben wir uns nach dem Check-In sofort zum berühmten Sagano-Bambuswald in der Region Arashiyama aufgemacht. Es ist ein kleiner, sehr gepflegter Wald ohne Wildwuchs mit einem Rundgang. Abends gibt es angeblich eine wundervolle Beleuchtung, die den Wald mystisch aussehen lässt. Wer so etwas noch nie gesehen hat, dem kann ich den Besuch in Kombination mit Tempelbesichtigungen empfehlen. Selbst bin ich auf meiner Reise in China schon durch viele Bambuswälder gestreift. Sehr schön war der Besuch des kleinen Gio-Tempel mit einem Moosgarten. Wir liefen dabei durch ein guterhaltenes traditionelles Viertel, wohin sich kaum noch irgendwelche Touristen verirrten.

Am Abend begaben wir uns zu einem speziellen Restaurant, wo uns Fire-Ramen serviert wurde. Dabei wird brennendes Öl in die Nudelsuppe gegossen, wodurch eine hohe Stichflamme erzeugt wird. Ein Showeffekt, das sich scheinbar bewährt. Wir mussten nämlich knapp eine Stunde warten, bis wir einen Sitzplatz bekamen. Das Essen war aber auch äusserst «delicious».

Tempel Tour

Kinkaku-ji, Ryōan-ji, Kiyomizu-dera

Am zweiten Tag stand eine ausgedehnte Tempel-Besichtigungstour an. Hiromi hatte vorab einige ausgesucht, wie zum Beispiel den Kinkaku-ji, bekannt für seinen Goldenen Pavillon, den Ryōan-ji mit dem Zen-Garten und den Kiyomizu-dera, ein hölzerner Tempel auf Pfeilern am Berghang, bei dem keine einzige Schraube verwendet wurde.

Gion

Nach den drei Tempeln, spazierten wir durch das Gion Viertel, Kyōtos berühmtes Geisha Quartier. Eine echte Geisha bekommt man beim Durchstreifen des Viertels so gut wie nie zu Gesicht. Man entdeckt in der Menge höchstens mal eine Meiko, also eine Geisha-Auszubildende. Das Spezielle in Gion sind die traditionellen Holzhäuser, in welchen viele Shops und teure klassische Restaurants untergekommen sind, die aus privaten Bereichen oder sogar abgetrennten Räumen bestehen. Das Quartier ist wunderschön beleuchtet und die Kirschblüten sorgten zusätzlich für eine traumhafte Stimmung.

Fushimi Inari-Taisha

Fushimi Inari-Taisha ist eines der berühmtesten Schreine Japans, vor allem bekannt wegen den tausend aufgereihten Torii, die zum Schrein auf dem Hügel führen. Wir hatten extra eingeplant, diesen Ort um etwa 22:00 Uhr abends zu besuchen um den Touristenströmen aus dem Weg zu gehen. Und siehe da, wir waren fast die einzigen und konnten ungestört Fotos machen und in Ruhe durch die Torii-Allee schlendern. Ausserdem war die Stimmung durch die spärliche Beleuchtung fantastisch und es entstanden grossartige Bilder.

Nara

Nara ist auch ein beliebtes Touristenziel, weil auch hier viele Tempel gut erhalten sind. Wir trafen Hiromis Vater, der uns zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten begleitete. Dazu gehören der Kofuku-ji, der Todai-ji mit der dazugehörenden Nigatsu-do im Osten und der Kasuga Taisha Schrein.

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