Fujikawaguchiko

Es dauerte gefühlt eine Ewigkeit, um nach Fujikawaguchiko zu gelangen. Liegt wohl daran, dass wir eine lange Nacht hinter uns hatten 😃. Es hat den ganzen Tag geregnet, war kalt und war keine besonders angenehme Reise, da wir insgesamt vier Mal umsteigen mussten. Fujikawaguchiko ist eine Stadt am Fusse von dem heiligen Berg Fuji. Der Vulkan ist mit rund 3’800 Meter über dem Meeresspiegel der höchste Berg Japans und ist mit seiner schönen Form weltberühmt. Leider war bei der Anreise auf Grund des schlechten Wetters von dem Berg nichts zu sehen.

Wir hatten eine Reservation im Ryokan Konanso, einem traditionell eingerichtetem Hotel. Die Räume bestehen aus typischen Schiebetüren und Böden aus Tatami-Matten, worauf man sitzt und schläft. Wir schlüpften in den bereitgestellten Yukata, welcher sozusagen ein Kimono-Light ist und als Badegewand oder Schlafanzug getragen wird. Es wird aber auch zu diversen Anlässen getragen. Es ist lange her, als ich das letzte Mal einen Pyjama-Tag gemacht hatte. Auf der Veranda stand eine hölzerne Badewanne gefüllt mit Wasser aus einer heissen Quelle. Zusätzlich gibt es auch ein öffentliches Onsen mit verschiedenen Warmwasser Becken und Sauna, wo ich mich eine Stunde lang aufhielt. Wenn man ein Tattoo hat, ist das Privat Onsen auf der Veranda aber sehr willkommen. Ja, Tattoos sind ein Tabu in Japan, da sie die Zughörigkeit zu einem Yakuza-Klan darstellen. Der Zutritt in öffentliche Bäder und auch in vielen Restaurants wird mit Tattoos verwehrt. Es scheint schon eine Beleidigung zu sein, was aber einige Touristen wohl nicht davon abhält ihre Tattoos öffentlich zu zeigen.

An was ich noch Freude hatte in unserem Zimmer, war die Toilette. Wenn man die Schiebetüre öffnet, geht nicht nur das Licht an, sondern der Klodeckel öffnet sich automatisch. Ist das nicht genial? Die Klobrille ist, wie gewohnt, beheizt und die Temperatur der „Popo-Spülung“ einstellbar. Fantastisch. Sollte ich mal ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung besitzen, dann kommt mir garantiert eine japanische Toilette rein.

Bildquelle: booking.com

Unser Abendessen wurde direkt im Zimmer serviert. Die Servierdame öffnet und schliesst die Schiebetüre dabei kniend. Das kannte ich bisher nur aus Filmen. Sie steht auch nicht ganz auf, sondern watschelt auf ihren Füssen. Durch die, aus europäischer Sicht, extreme Höflichkeit und Unterwürfigkeit der Servicekräfte, habe ich mich wie ein Samurai aus dem Schwertadel gefühlt. Das Essen bestand aus verschiedenen Gängen, bestehend aus kleinen sorgfältig zubereiteten Gerichten und schmeckte vorzüglich. Wir liessen es uns wirklich gut gehen. War aber auch zu erwarten,  schliesslich kostete eine Übernachtung über 300.- Franken. Sauteuer, aber ein einzigartiges Wellness Erlebnis.

Am nächsten Morgen begrüsste uns nicht nur die Sonne, sondern da stand er, der Fuji in seiner vollsten Pracht. Was für ein Anblick. Da mussten wir doch gleich in die heisse Wanne. Aber es ging noch besser. Nach einem reichhaltigen und leckeren Frühstücksbuffet machten wir uns auf zur Chureito Pagoda. Sie ist eines der bekanntesten Fotosujet mit dem Fuji im Hintergrund und wir erwischten den Vulkan gerade noch rechtzeitig, bevor er sich wie üblich wieder hinter Wolken versteckte. Den Rest des Tages haben wir mit Baden und nichts tun verbracht, um uns am Abend wieder vom exquisiten Essen verwöhnen zu lassen.

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