Mit dem Nachtbus für CNY 184.- (ca. CHF 26.-) kam ich aus Kunming um 5:00 Uhr früh in Lijiang an. Da ich vorab keine Unterkunft gebucht hatte, musste ich zunächst mal irgendwo Wifi finden. Da bieten sich Starbucks, KFC und andere Ketten hervorragend an. Während ich in einem McDonalds frühstückte, entschied ich mich für das October Inn, welches etwa 15 Minuten Fussweg von der Altstadt entfernt war. Ich lief den Hügel hoch und erlebte dabei den Sonnenaufgang. Atemberaubend und ein guter Start in den Tag. Die Stadt liegt in einer Ebene umringt von Bergen auf etwa 2’400 Meter über dem Meeresspiegel.
Das Guesthouse wird von einem sehr netten Herrn geführt, der sich selbst Tom nennt. Das Tor ist eigentlich immer geschlossen. Ein Freund und Mitarbeiter von ihm machte auf und führte mich zu ihm. Der Rezeptionsraum ist gleichzeitig auch sein Schlafzimmer und beheizter Gemeinschaftsraum. Er lag noch halb unter der Decke, entschuldigte sich und erwähnte die lange Nacht, die er und die Gäste hatten. Haha. Scheint gemütlich zu sein. Ich durfte danach bereits mein Bett beziehen. Alle schliefen noch. Das Zimmer ist echt süss und wie das ganze Guesthouse bunt gestaltet. Für CHF 4.35 pro Nacht gab es hier nichts zu meckern.

Bildquelle: Hostelworld

Ancient Town

Um die Mittagszeit besichtigte ich dann die Altstadt. Man muss aber ein Ticket von CNY 80.- (ca. CHF 11.50) kaufen, mit dem man dann auch kostenlos zum Black Dragon Pool durfte. Der Park mit dem Bergmassiv im Hintergrund lädt zu einem gemütlichen Spaziergang ein und bietet zahlreiche Fotomotive. Aber auch die grosse Altstadt hat einen speziellen Charme. Natürlich war auch diese Stadt total auf Touristen ausgerichtet, die auch reichlich vertreten waren. Sie hat mir trotzdem sehr gut gefallen, da sie eben auch eine typische chinesische Stadt widerspiegelt, wie man sie aus den Filmen kennt.

360°
360°

2-Tageswanderung zum Tiger Leaping Gorge

Ich habe mich am gleichen Abend noch entschieden, mit ein paar anderen Gästen aus dem Hostel, auf die 2-Tageswanderung zum Tiger Leaping Gorge zu gehen. Mit einer Engländerin, einer Amerikanerin, zwei Israelis und einem Franzosen ging es auf die Wanderung. Wie überall hier in China musste man Eintritt zahlen. 65.- Yuan (ca. CHF 9.40) ist zwar kein Vermögen, aber ich freue mich, wenn ich wieder in der Schweiz bin und kostenlos überall hingehen kann. Unsere Sechsergruppe hatte ein ziemlich zügiges Tempo drauf. Andere Leute, die gleichzeitig mit uns gestartet sind, kamen erst 1-2 Stunden später am Ziel an. Die schöne Bergwelt hier erinnerte mich stark an die Schweiz, sodass sogar ein bisschen Heimatgefühle aufkam. Nur die Hinweisschilder auf dem Weg, die einen darauf Hinwiesen, dass der Weg nach Tibet führt, machte einem klar, dass es nicht die Schweiz ist. Tibet, das Dach der Welt. Wow! Dazu kam es zeitlich leider nicht mehr.
Wir kamen bereits um 15:30 Uhr beim Halfway Guesthouse an. Das Hostel lag aber nicht, wie der Name es erwarten lässt, auf der Hälfte des Weges. Wie wir am nächsten Tag feststellten, hatten wir am ersten Tag bereits den größten Teil der Strecke hinter uns gebracht und mussten am zweiten Tag nur noch etwa 3 Stunden laufen. Man hätte also auch gut die ganze Strecke an einem Tag bewältigen können, wenn man einen privaten Rücktransport organisiert hätte. Denn der letzte Bus fährt bereits um 15:30 Uhr nach Lijiang zurück. Der Fluss am Ende war nichts Besonderes, allerdings war der Auf- und Abstieg dorthin dafür sehr steil und spannend. Beim Aufstieg hatten wir eine lange Leiter als Abkürzung genommen. Sah sehr herausfordernd aus und war auch wirklich äusserst lang und senkrecht. Da wurde es mir und auch den anderen zwischendurch Mal kurz mulmig.

360°
360°
360°

Es tat gut mal wieder Gesellschaft zu haben und sich austauschen zu können. Ich habe absolut kein Problem alleine zu reisen. Nur zwischendurch wünschte ich mir schon, mich mit anderen über das erlebte auszutauschen und mit jemanden mal ein Gespräch führen zu können. Es war eine gute Zeit und schön die Sonnenstrahlen beim Sonnenaufgang gemeinsam zu geniessen.

This entry was posted in China, Lijiang

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.