Das Chinesische Neujahrsfest stand vor der Tür. Ab nach Hongkong. Einerseits wollte ich schon immer mal in diese Stadt, andererseits freute ich mich auf Westler und Einheimische die Englisch sprechen, um mich mal wieder auszutauschen. Schliesslich musste ich nun zwei Wochen lang fast ohne Konversationen auskommen. Einzelnes Personal in den Hostels in China konnten zwar Englisch, aber sonst traf ich niemanden an, mit dem ich mich hätte intensiver unterhalten können.
Mit dem Nachtzug für CNY 251.- (ca. CHF 36.-) ging es von Huangshan zuerst nach Shanghai, um dort mit China Eastern für CHF 57.60 nach Hongkong zu fliegen. Mit dem Airport Express Zug für CHF 13.-, der vorwiegend unterirdisch fuhr, kam ich vom Flughafen zur Hongkong Island, wo auch mein Hostel war. Als ich aus der Central Station herauskam, stand ich umringt von riesigen Hochhäusern mitten in der Stadt. Ich wollte die noch etwa 3 Kilometer zum Hostel entlang der Bucht zu Fuss zurücklegen, um einen ersten Eindruck der Stadt zu bekommen. Die Hochhäuserfassaden gleichen riesigen Monitoren, auf denen Neujahrsgrüsse und andere Werbungen ausgestrahlt wurden. Aber im Gegensatz zu Shanghai schien die Stadt nicht so erdrückend. Vielleicht fühlt man sich hier nicht gleich verloren, weil in der ehemaligen britischen Kolonie auch Englisch gesprochen wird. Auf dem Weg kam ich am Central Pier an einem Riesenrad und dem  «European Carneval» mit Schaustellern und Essensständen vorbei mit festlicher Stimmung wie in Europa.

Im Hostel Check Inn angekommen checkte ich im dritten Stock an der Rezeption ein. Die Schlafräume sind auf verschiedenen Stockwerken verteilt und über beengte Gänge zu erreichen. Der Preis von CHF 68.75 pro Nacht war zwar happig, aber  für den Zeitraum des Neujahrsfestes wohl noch günstig. Nach der ersten Nacht hat ein Zimmergenosse  sein Handy vermisst und jeden im Zimmer gefragt, ob er dieses oder etwas Verdächtiges festgestellt hat. Es bestätigte sich anschliessend im Überwachungsvideo, dass jemand (scheinbar angetrunken) in den Räumen herumlief. In folgenden Nächten hatte ich ein wenig Paranoia und schreckte immer wieder auf, wenn jemand ins Zimmer kam.

Bildquelle: Hostelbilder von Agoda

Neujahrsparade

Am Abend des ersten Tages fand eine Neujahrsparade statt, die ich unbedingt sehen wollte. Ich habe mir einen richtigen chinesischen Festzug vorgestellt mit Drachentänzen und viel Feuerwerk. Naja, es war doch anders als vorgestellt und eher enttäuschend. Es gab zwar auch einen Drachentanz und vereinzelt interessante Darbietungen, aber hauptsächlich marschierten Gruppen wie Airline-Crews und andere Vereine vorbei, die den Zuschauern einfach nur zu gewunken haben. Die großen traditionellen Darbietungen mit grossem Knall, wie in den vielen in Hongkong gedrehten Kung-Fu und Action Filmen, gab es leider nicht. Da diese Filme meine Kindheit geprägt haben, konnte ich also auch nichts für meine naive Vorstellung. 😉 Ich kann ehrlich sagen, dass jede Fasnacht in der Schweiz spannender ist als diese Parade. Mit zwei Schweizern, zwei Schweden, einem Deutschen und einem Amerikaner, mit denen ich die Parade besucht hatte, ging’s später dann auf eine Party, in einem Hochhaus natürlich. Leider sind die Bilder nicht für die Öffentlichkeit bestimmt 😃

360°

Neujahrsfeuerwerk

Am zweiten Abend stand das grosse Feuerwerk an. Das Hostel organisierte ein Treffen aller Gäste, um das Spektakel gemeinsam zu erleben. Am Treffpunkt gab es kein Gedränge und eine gute Sicht auf das Feuerwerk. Leider spielte das Wetter nicht mit. Die ganze Stadt war wolkenverhangen, so dass man von dem Feuerwerk leider nur wenig sah. Die Stimmung war trotzdem gut und so gingen viele von uns später noch zusammen in einen Club feiern. Leider wieder keine Bilder für die Öffentlichkeit 😀

360°

Impressionen

Am letzten Tag erkundete ich die Stadt noch zu Fuss. Ich besuchte die Tsim Sha Tsui Promenade, wo sich die «Avenue of Stars» befindet, die Hongkong Version von Hollywoods «Walk of Fame». Leider war diese gerade im Umbau. Ich lief entlang des Hafens zum Kowloon Park, wo viele Menschen die Zeit im Grünen genossen. Beim Temple Street Night Market ist normalerweise bummeln angesagt, aber wie an vielen anderen Orten in Hongkong und Mainland China sind viele Geschäfte über die Festtage geschlossen. Ich lief entlang der Einkaufsmeile Nathan Road zur Bucht zurück. Beim Tsim Sha Tsui Waterfront Podium stand ich dann endlich der Statue von der grössten Legende Bruce Lee gegenüber. Was für eine Ehre. Neben der Legende sind hier auch viele Handabrücke und Namen von Hongkong und China Stars verewigt, von denen ich die meisten kenne. Nach den vielen Star-Eindrücken ging ich wieder zur Bucht, um die Skyline bei Nacht zu betrachten und die Lightshow zu sehen. Da die Stadt schon stark beleuchtet war und es überall flimmerte, stach die Lightshow mit der Musik nicht wirklich heraus. Von allen Hochhäusern gefiel mir der International Finance Center, der in Batman – The Dark Knight vorkam, am meisten.

 

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